The Caper: unser neuer Künstler.

Manchmal poppen in den Songs von The Caper die Assoziationen auf wie Fenster an einem schadhaften Windows-Rechner. Diese schöne Melodie, ist das Folk? Nein, das groovt doch. Außerdem wummert das E-Piano so warm, man muss eher an den Blue Eyed Soul der späten 60er-Jahre denken! Und die Gitarre, die fuzzt sich im Solo freundlich Richtung Powerpop. So Edwyn-Collins-mäßig! Ach! Klang die Stelle gerade nicht nach Ben Folds, den Florian Jakob doch so gerne mag? Das stimmt alles womöglich, gleichzeitig ist es aber gelogen. Denn die Summe ergibt bekanntermaßen mehr als die einzelnen Teile.Bei The Caper, dem Projekt des Hamburgers Florian Jakob, ergibt sie, das ist dann wohl die Idealvariante, etwas Eigenes. Eine Art Popmusik, die sich im besten Sinne des Wortes jeder Einordnung entzieht. Einen warmen Sound, der wie ein alter Freund wirkt, der abends plötzlich mit einer Flasche Bier am Esstisch sitzt. Man weiß nicht so recht, wie der ins Haus gekommen ist und warum, aber man freut sich. Man mag ihn schließlich.

An Paul McCartney’s Institut

Nach der Schule zieht Florian nach Liverpool, um an Paul McCartneys „Liverpool Institute For Performing Arts“ seinen Bachelor abzulegen. Sein Schwerpunkt, das wird den geneigten Hörer kaum überraschen: das Klavierspiel. Die Zeit in Liverpool ist wohl auch die, die man als Keimzelle des The-Caper-Prinzips sehen kann, auch wenn es den Namen damals noch nicht gab: Florian Jakob. Mal alleine, mal mit Freunden. Keine Band im eigentlichen Sinne. Aber eben auch keiner dieser Typen, die mit ihrer Gitarre an der Ecke stehen und nerven. „Das würde mir nicht besonders viel Spaß machen. Das Schönste ist doch das Ausdenken, das Konstruieren, das Schauen, was zu was passt. Weil es am Ende immer anders wird, als man es sich vorgestellt hat“, sagt Florian.

Caper Movies

Bleibt die Frage nach den Namen. Was bedeutet „The Caper“? Florian lacht. „Es gibt die sogenannten Caper Movies. Das sind quasi clevere Gangsterfilme. ,Der Clou’, ,Oceans 11’. Die mag ich. Und in ,Der Glückspilz’, einem Film mit Jack Lemmon und Walther Matthau aus dem Jahr 1966, nennt sich auf der DVD ein Kapitel so. Caper kann aber auch schlichtweg Kaper bedeuten.“ Was als nächstes folgt? Vielleicht doch eine Band-Platte. Denn live sind The Caper zu viert. „Gute Jungs.“, sagt Flo. Wir glauben es ihm sofort.